Walter Fuchs
Offener Brief an Frau Bundesministerin  Dr. Sabine Oberhauser

Wals, im März 2016

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Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Sabine Oberhauser!

Mein Name ist Walter Fuchs und ich bin Obmann der „Interessengemeinschaft der Vogelhalter und Vogelzüchter Österreichs“ kurz IVÖ.

Mit 1. April 2016 tritt die neue Tierschutz- Veranstaltungsverordnung in Kraft.
Diese ist ein Schlag ins Gesicht für alle engagierten Vogelliebhaber und Vogelzüchter die sich in zahllosen Vereinen österreichweit zusammen geschlossen haben und dies schon seit Jahrzehnten.
Die Mitglieder dieser Vogelvereine stammen zum überwiegenden Teil aus Arbeiterfamilien die sich dank wachsenden Wohlstandes der Nachkriegsjahre überhaupt erst in Ihrer Freizeit ein Hobby leisten
konnten.

Dass der Arbeiterstand der Nachkriegsjahre mehrheitlich SPÖ Anhänger Mitglieder und Wähler waren und teils heute noch sind, ist eine Tatsache, da sich die SPÖ für die Arbeiterschaft eingesetzt hatte und sich in allen Bereichen für Ihre Anliegen einsetzte.
Wenn ich die neue Tierschutzverordnung im speziellen die Tierschutz-Veranstaltungsverordnung lese, die von Ihnen und Ihrem Ministerium herausgegeben wurde, ist das heute nicht mehr so. Sie verunmöglichen es den Vogelliebhabern ihre Vögel zu kaufen bzw. zu verkaufen, aufgrund des von Ihnen verordneten Verbotes Wildtiere auf Kaufbörsen zu verkaufen. Dieses Verbot trifft sehr viele der österreichischen Vogelliebhaber, da nur wenige domestizierte Arten ausgenommen wurden. Der Großteil der angebotenen Vögel sind aber Nachzuchten und haben bereits farbliche Mutationen ausgebildet. Es stellt sich daher die Frage, ob diese Vögel, so wie in der Verordnung festgehalten, als Wildtiere geführt werden müssen. Ich ersuche Sie daher, über Generationen nachgezüchtete Vögel nicht als Wildtiere zu führen, und die Veranstaltungsverordnung dahingehend zu ergänzen bzw. zu ändern.

Die Vogel- und Kleintiermärkte  sind nicht nur zum Kaufen  und Verkaufen da, sie dienen auch dem Erfahrungsaustausch und sind auch ein gesellschaftlicher Treffpunkt für jung und alt.
Es ist auch die Jugendarbeit die Vereinsobleute und Jungendreferenten in Frage gestellt, die wird sich dann nicht mehr lohnen, wenn Jugendliche keine Gelegenheit haben sich auf Märkten einen neue Spezies zu kaufen. Das Argument, dass es eine ausführliche Beratung nur im Zoofachhandel gibt, wie es in der Tierschutzverordnung steht, kann ich so nicht gelten lassen.
Ein Zoofachverkäufer beschäftigt sich maximal acht Stunden am Tag mit Tieren. Vogel- und Kleintierzüchter 24 Stunden und sieben Tage in der Woche.
Die beste Beratung kann nur ein Züchter, der die Spezies die er gezüchtet und verkauft, dem neuen Besitzer mitgeben.
Dem Züchter geht es nicht in erster Linie ums Geld, sondern wie man junge Menschen zu dieser verantwortungsvollen Freizeitbeschäftigung gewinnen kann.
Viele Vogelvereine und Züchter setzen sich auch für den Schutz der heimischen Vogelwelt ein und haben Ihre Wurzeln in der eigenen Vogelliebhaberei.
Ich bin seit 40 Jahren Obmann des Vogelverein Wals, gemeinsam mit meinen Mitgliedern haben wir in unserem Gemeindegebiet 400 Nistkästen für unsere heimischen Höhlenbrüter angebracht.
Weiters setzen wir uns gemeinsam mit Bauern und Jägern für den Bestand verschiedener Bodenbrüter ein.
Wenn Sie auf das ohnehin strengste Tierschutzgesetz der EU noch eine Verschärfung hinzufügen, macht  dies die Arbeit der Vogel- und Kleintierliebhabervereine, die ohnehin großen Nachwuchssorgen haben, noch schwerer. Es wird sich auch kaum noch jemand finden, der eine
Funktion in einem Vogel- oder Kleintierverein übernehmen wird.
Mein Anliegen an Sie, geehrte Frau Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser, ändern Sie diese Veranstaltungsverordnung dahingehen, dass auch in Zukunft das Hobby der Vogelzucht in einem erfüllbaren Form weiterbestehen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Walter Fuchs
Gf. der IVÖ
Obmann der VZÖ

 

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