Walter Fuchs
50 Jahre Vogelverein Schärding

1964 war der Vogelverein Schärding mit seiner Gründung ein Pionier als ein solcher Verein. Lange bevor in den 1970iger Jahren der Gründerboom bei Vogelvereinen ausbrach. Helmut Tallafuß, damals 18 Jahre jung, war bei der Vereinsgründung dabei und ist nun seit 50 Jahren Mitglied. Damals war es nicht selbstverständlich, dass man einem Verein betreten konnte. Erst nach Beschluss des Vorstandes und der vorhandenen Mitglieder wurde ein neues Mitglied aufgenommen.

Bereits im Gründungsjahr wurde die erste Ausstellung abgehalten. Bis 2014 wurden 48 Ausstellungen präsentiert. Nur zweimal musste die Vogelschau abgesagt werden. Einmal  vergab der Wirt kurzfristig den Saal für eine andere Veranstaltung. Obwohl die Plakate bereits gedruckt und verteilt waren und auch die Werbung  in Fachzeitschriften und sonstiger Presse veröffentlicht war. Ein Alptraum für einen Veranstalter. Die zweite Absage war 2006 auf Grund der Vogelgrippe. Bis vor 10 Jahren fand die  Vogelschau  immer in der Bezirkshauptstadt Schärding statt bis sich eben keine Möglichkeit zum Ausstellen mehr gab. Auch  von Seiten der Politik gab es nie wirklich einen Unterstützung.

Im Gegenteil – Schärdings Politiker waren so erhaben, dass sie die Vogelschau nicht einmal besuchten und das vom Bürgermeister abwärts, vermutlich nicht wissend, dass „kleine Fische“ die gleiche Wählerstimme haben wie „große Fische“.
In Andorf, die Heimatgemeinde von Helmut Tallafuß, hat man nun seit 10 Jahren in der Halle des Verschönerungsvereines eine Möglichkeit für die eigene Vereinsvogelausstellung gefunden und auch vom Bürgermeiser Herrn Peter Pichler gibt es eine Unterstützung für den Vogelverein. Bemerkenswert ist, dass der Vogelverein Schärding nur 25 Mitglieder hat, aber das sind alle Aktive und deren Frauen genauso. Da stellt nicht zur jeder seine Vögel aus, es arbeitet auch jeder Mann und jede Frau mit. Nur so kann man über Jahre bestehen. Was die Zukunft anbelangt so dürfte der VV Schärding, mit dem 25 Jahre jungen Obmann Robert Geisecker in guten Händen sein. Er selbst ist begeisterter Vogelzüchter und seit frühester Jugend Vereinsmitglied.
Robert Geisecker ist in der 50jährigen Geschichte der 6. Obmann. Die Vogelschau der Schärdinger nennt sich auch Grenzlandschau, nicht zuletzt auch weil mit Erich Schobersberger, dem Besitzer des Vogelparks Irgenöd, auch ein bekannter Züchter und eben Vogelparkbesitzer Obmann vom VV Schärding war. Auch mit Walter Christl, der lange Jahre die Sparte Vögel im ÖKZ als Redakteur über hatte und Obmann des VV Schärding war, reiht ich ein Bekannter ein. Ihm folgt von 1994 – 2004 Franz Dorfer, danach für 7 Jahre  Josef Demmelbauer. Alle bis auf den Gründungsobmann J. Kimpflinger sind noch am Leben und teils aktiv im Verein.

Einen Wermutstropfen hatte für mich die 50jährige Jubiläumsschau. Die Bewertung der Großsittiche. Da ich ja selber Zuchtrichter bin und 1983 die Preisrichtervereinigung (so hieß sie damals) im RÖK gründete und mich seit 40 Jahren vorwiegend mit der Zucht von Großsittichen beschäftige, tut mir so manche Bewertung von Großsittichen, wie ich sie in Andorf gesehen habe, weh.

Da war ein einwandfreies Paar Weißohrsittiche ausgestellt und wurde mit nur 84 Punkten bewertet. Lange habe ich mir diese Vögel angeschaut und ich habe keine 16 Punkte Abzug gefunden mit denen man diese Vögel hätte bestrafen können.
Es ist mir schon klar, dass nicht jeder Zuchtrichter jede Großsittichart gut kennen muss, zumal er sie noch nie in seinem Bestand hatte, aber einem Vogel 16 Punkte von einer Skala von 100 Punkten abzuziehen, dass muss ein jeder Zuchtrichter begründen können, sonst ist er fehl am Platz. Bekommt ein junger Züchter vielleicht auch noch in seiner ersten Ausstellung für seine Vögel so ein Urteil, weiß der nicht wieso und warum. Nun war der Besitzer H. Tallafuß, der nahm dieses Urteil gelassen, denn er weiß was er hat. Preisrichter hieß es bei unserer Ausbildung damals, nicht Preisvernichter. Liebe Zuchtrichter nehmt das zur Kenntnis.

Das das Vereinleben des VV Schärding auch unterm Jahr aktiv ist, zeigt nicht nur die Monatsversammlung, jeweils am  1. Donnerstag des Monat ab 19 Uhr beim „Kirchenwirt in Andorf.

Sondern der Verein tut auch für die heimische Vogelwelt einiges. So werden im Gemeindegebiet von Andorf, aber auch in der Umgebung des Wohnortes der Vereinsmitglieder,  Nistkästen für Höhlenbrüter aufgehängt und betreut. Ich bin überzeugt, das uns sie Schärdinger Vogelfreunde noch viele schöne Vogelausstellungen bescheren werden, denn die sind die beste Werbung für die Vogelzucht.

Fuchs Walter

Nun noch die Kontaktadresse:
Obmann Robert Geisecker
Hackenbuch 44
4774 St. Marienkirchen
Tel: 0650/3800330

www.verein-der-vogelfreunde-andorf-e5.npage.at

Mitglieder von links nach rechts:
Walter Wimmer, Mitterbucher Georg, Josef Höllinger,
Johann Dorfer (von 1994 – 2004 Obm. Stv.), Helmut Tallafuß (Gründungsmitglied),
Egon Harb, Robert Geisecker (Obmann seit 2012), Franz Reitinger,
Franz Engertsberger, Rudolf Pusch, Christian Haider (Vogelzuchtwart)