Walter Fuchs
1994-2014 = 20 Jahre IVÖ

Vor 20 Jahren ging unter den Vogelzüchtern Österreichs ein großes Unbehagen um.
Der Grund: wir standen kurz vor dem  Beitritt zur EU –und viele Vogelzüchter glaubten mit dem Beitritt in die EU würden Vogelliebhabern unerfüllbare Auflagen bekommen, die die Vogelzucht und – haltung  stark einschränken oder gar verbieten. In der BRD geisterte noch die positiv und negativ Liste umher. Anhang A Vögel durften nicht mehr gezüchtet werden.

Ähnliches wurde auch bei uns erwartet.
So traten Vereinsobleute an mich heran etwas zu tun. Eine Art BNA, wie es ihn bereits in Deutschland gab, der sich stark für die Interessen der deutschen Züchter bei den Behörden einsetzte, zu gründen.
Über  die Zeitschrift „Aktuelles aus der Vogelwelt“ machte ich einen Aufruf zu einer Gründungsversammlung des IVÖ. An die 20 Vereinsobleute und ca. 100 Vogelzüchter kamen zur Gründungsversammlung, am 9. April 1994 nach Köstendorf/Salzburg und prompt gelang es Obleute aus anderen Verbänden und eigenständigen Vereinen an einen Tisch zu bringen.

Am 1.1.1995 trat Österreich der europäischen Union bei und in Folge stellte sich heraus, dass die Suppe nicht so heiß gegessen wird wie sie gekocht wir. Große Einschränkungen kamen durch den Beitritt nicht. Es gibt eine europäische Vogelschutzrichtlinie.  2006 kam, ausgelöst durch die Vogelgrippe,  ein Importverbot in die EU das bis heute andauert.
Viel mehr haben wir mit landeseigenen  Gesetzen und Verordnungen zu tun und auch mit streitbaren Nachbarn, aber auch mit unseres gleichen.
Ich kann mich in meiner über  40jährigen Vogelzüchtertätigkeit, davon auch schon fast so lange als Obmann des VZÖ, nicht erinnern,  dass so viel gestritten wurde als in unserer Gegenwart.

Wenn Züchter  untereinander  gleich mit dem Rechtsanwalt drohen anstatt sich ohne diesen auszureden und zu einigen, so glaube ich kann das nicht der richtige Weg sein.
Zum Glück sind  das z.Z. noch seltene Einzelfälle. Man sollte doch bei Verlust eines frisch gekauften Vogels einen Kompromiss finden und nicht gleich über eine Rechtsschutzversicherung einen Rechtsanwalt beauftragen, den Fall zu lösen.
Was die neue Tierschutzverordnung den Vogelzüchtern auferlegt hat, das zieht sich seit in Krafttreten 2005 des selbigen wie ein roter Faden durch unsere Volieren.
Die Regierung Schüssel drückte die Tierhalteverordnung noch mit aller Gewalt im Herbst 2004 durch. eine Husch-Pfusch Aktion, wie man aus Ministeriumsebene hört. Viele Gesetzestexte wurden nicht von Ministeriumsbeamten erstellt, sondern wurden außer Haus gegeben. Viele Institutionen waren beider Ausarbeitung dabei, nur Vogelzuchtorganisationen wurden nicht eingeladen. Dazu muss ich bemerken, dass Züchterverbände es unter einander nicht schafften sich am runden Tisch zusammen zu setzen  und mit einer Stimme gegenüber dem Gesetzgeber aufzutreten. Dies wäre zum Wohle für Kleintier- und Vogelzüchter unsere Aufgabe  und Verantwortung gewesen.
Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes Gespräch mit der Sekretärin von Gesundheitsminister Alois Stöger in Zusammenhang mit der Tierhalteverordnung die sagt: „Ihr von der IVÖ seit die ersten die gegen die Tierhalteverordnung einen Einspruch macht.“
 Im Ministerium glaubte man bis dahin, es sei alles bestens, da sich ja niemand aufgeregt hat.
Über den Werdegang der IVÖ in Zusammenhang mit der Tierhalteverordnung lesen sie mehr dazu in diesem Heft.
Nun darf ich ihnen noch alles Gute und viel Freude an der  Vogelzucht wünschen.

W.F.  - IVÖ-GF.